Ende April ging es für drei Tage nach Frankfurt am Main zum .NET SUMMIT dem großen Trainingsevent. An diesen drei Tagen gab es verschiedene Workshops von je drei Stunden zu verschiedenen Themen mit zahlreichen aus dem .NET Bereich bekannten Speaker. Ich war zum ersten Mal bei dieser Veranstaltung dabei und am Anfang etwas irritiert, da es insgesamt nur etwa 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Veranstaltung gab. Dies ermöglichte aber viel intensivere Gespräche zwischen Teilnehmern und Speakern.

Nach einer frühen Fahrt von Pforzheim nach Frankfurt habe ich zunächst in meinem Hotel eingecheckt und dann bin ich zu Fuß zur Location der Veranstaltung gelaufen. Dort angekommen ging es dann auch gleich mit der Keynote von Daniel los. Hier gab es in etwa 45 Minuten einen Einblick in die neuen Schwerpunkte von Microsoft. Hierzu zählen neben Open Source Software natürlich auch DevOps und eine agile Arbeitsweise. Man möchte also viele kleine Releases ermöglichen als immer nur starr einen Release-Zyklus von einem Jahr oder länger zu haben. Hier spielt jetzt natürlich auch die Mentalität der Entwickler eine Rolle, da diese natürlich auch ihre Arbeitsweise dem neuen Tempo anpassen müssen.

Nach einer kurzen Kaffeepause ging es dann in den ersten Workshop, welcher von Thomas geleitet wurde und sich intensiv mit der Entwicklung von Universal Windows Apps als Business-Apps beschäftigt hat. Obwohl ich selbst ja schon die eine oder andere UWP-App entwickelt habe, konnte ich in diesem Workshop trotzdem etwas mitnehmen. Thomas hat neben MVVM auch den neuen Binding-Mechanismus x:Bind und seine Vorteile vorgestellt. Ebenso wurde .NET Standard als Nachfolger der Portable Class Library ausführlich diskutiert und auch hier die Vorteile eindrucksvoll hervorgehoben.

Im Anschluss gab es eine gemeinsame Mittagspause und das Tagungshotel hat für uns ein leckeres Büffet mit Vor-, Haupt, -und Nachspeisen bereitgestellt. Als nächsten Workshop habe ich mir das Thema Bots von Robin angehört und konnte auch hier einiges an Neuigkeiten mitnehmen. Neben einer theoretischen Einführung in die Technik hinter dem Microsoft Botframework, haben wir auch einen eigenen Bot mit wenig Aufwand entwickelt und immer wieder erweitert. Als kleinen Ausblick haben wir dann einen Blick auf einen bereits entwickelten Bot geworfen, welcher auch die neuen adaptiven Karten (Adaptive Cards) von Microsoft verwendet.

Abends gab es dann noch eine sogenannte Night Session, wo Neno ebenso aus dem Leben eines Entwicklers berichtet hat. Damit ging ein ereignisreicher erster Konferenztag auch schon zu Ende und ich bin mit neuem Wissen wieder zurück in mein Hotel und habe den Abend ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen stand wieder eine Keynote auf dem Programm und dieses Mal hat Jörg etwas über UX und UI erzählt. Dabei hat er zahlreiche kleine Tools vorgestellt, welche zum Beispiel aus einem Design den entsprechen Xamarin.Forms Code erzeugen können, welche man dann direkt in seinem eigenen Projekt verwenden kann. Hierzu hatte er praktische Beispiele, welche diese Vorgehen untermauerten.

Im Anschluss ging es für mich dann mit einem Workshop von Jörg zum Thema Xamarin.Forms weiter. Auch hier folgte neben einem groben Überblick über die Technologie auch ein praktischer Einblick in die Cross-Plattform App-Entwicklung. Auch hier konnte ich trotz der einen oder anderen App, welche bereits mit Xamarin oder Xamarin.Forms umgesetzt wurde, wieder einiges mitnehmen.

Am Nachmittag hat Christian etwas über Serverless in der Cloud und Microservices berichtet. Auch hier wechselten sich gekonnt Theorie und Praxis ab. So haben wir zum Beispiel einen kleinen URL-Shortener mit der Hilfe von Azure Functions entwickelt. Dieser nimmt eine lange URL entgegen und kürzt diesen auf nur drei Zeichen herunter. Dieser Code wird dann in einer Datenbank gespeichert und mit einer weiteren Function können wir auch wieder den Code zurück in die lange URL überführen. Hier war vor allem sehr spannend, wie einfach einem Microsoft die Entwicklung von Azure Functions macht. So braucht man für die Einbindung der Datenbank keinerlei Connection-Strings angeben und sich um einen Verbindungsaufbau kümmern, denn dies wird automatisch und nur mit der Hilfe von Attributen für einem schnell und unkompliziert übernommen. Durch das Zahlungsmodell, dass man wirklich nur dann bezahlt, wenn eine Azure Function auch ausgeführt wird, ist diese Art der Entwicklung natürlich sehr interessant. Außerdem stehen Azure Functions in zahlreichen verschiedenen Sprachen, wie Java, C#, F#, PowerShell oder auch Batch zur Verfügung.

Nach einer kurzen Umbaupause hat Christian zusammen mit Sebastian am Abend dann noch von WebAssembly in der Night Session berichtet. Hierdurch hat man die Möglichkeit C# Code im Web laufen zu lassen. Diese Technologie steckt aktuell noch in den Kinderschuhen und muss ich in naher Zukunft erst einmal beweisen. Aber trotzdem war es spannend zu sehen, wie man seine gewohnten Programmierparadigmen verwenden kann, um nun auch im Web entsprechend entwickeln zu können.

Am letzten Tag gab es dann noch einmal einen Powerworkshop, welcher sowohl vormittags als auch nachmittags stattgefunden hat. Ich habe mich hier für die Entwicklung Service-basierter Anwendungen mit ASP.NET Core, Web APIs & SignalR von Sebastian und Manuel entschieden. Gemeinsam haben wir eine vollständige Todo-API ausgesetzt, welche sowohl über Authentifizierung als auch Echtzeitkommunikation ermöglicht. Hier war es spannend zu sehen, wie schnell und einfach man eine API aufsetzen kann. Durch die Verwendung von Swagger kann man mit ganz wenig Aufwand sogar gleich noch eine Dokumentation erzeugen, welche im Browser läuft und durch Attribute gesteuert wird.

Abschließend kann ich nur ein großes Dankeschön an die Speaker, die Organisatoren und auch die anderen Teilnehmer aussprechen. Ich habe in diesen drei Tagen sehr viel für meinen Arbeitsalltag mitnehmen können und habe auch den einen oder anderen Blick über den Tellerrand geworfen, was natürlich auch nicht schaden kann.

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