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Tiny Tool Town: Kleine Tools, große Freude

Tiny Tool Town von Scott Hanselman sammelt kleine, freie Open-Source-Tools mit Charme. Ein Blick auf die Idee, die Webseite und eigene gelistete Tools.

Manchmal sind es nicht die großen Plattformen, Frameworks oder Enterprise-Lösungen, die im Entwickleralltag den größten Unterschied machen. Manchmal ist es ein kleines Tool, das genau ein Problem löst. Nicht mehr, nicht weniger. Ein kleines Programm, das vielleicht an einem Wochenende entstanden ist, aus einem persönlichen Bedürfnis heraus gebaut wurde und am Ende auch für andere Menschen nützlich ist.

Genau um solche Projekte geht es bei Tiny Tool Town von Scott Hanselman .

Wer ist Scott Hanselman?

Scott Hanselman dürfte vielen Entwicklerinnen und Entwicklern seit Jahren ein Begriff sein. Er ist Programmierer, Lehrer, Speaker, Blogger, Podcaster und eine der bekanntesten Stimmen in der .NET- und Open-Source-Community. Seit vielen Jahren arbeitet er bei Microsoft bzw. Microsoft/GitHub und beschäftigt sich dort unter anderem mit Open Source, Developer Tools, GitHub Copilot CLI, Agentic Coding und der Windows Development Platform.

Besonders spannend finde ich an Scott, dass er Technik nicht nur aus einer rein produktorientierten Sicht betrachtet. Bei ihm geht es oft um Community, Zugänglichkeit, Lernfreude und den Spaß daran, Dinge einfach auszuprobieren. Genau diese Haltung spiegelt sich auch in Tiny Tool Town wider.

Was ist Tiny Tool Town?

Tiny Tool Town ist eine Community-Webseite für kleine, kostenlose und Open-Source-basierte Tools. Der Slogan bringt die Idee sehr gut auf den Punkt:

Vibe coding is the GeoCities of the AI era - and this is the neighborhood.

Die Seite fühlt sich bewusst nicht wie ein klassischer App Store oder ein nüchternes Developer-Verzeichnis an. Stattdessen wirkt sie eher wie eine kleine digitale Nachbarschaft voller liebevoll gebauter Softwareläden. Jedes Tool ist ein kleines Projekt mit einem konkreten Zweck, einer eigenen Idee und oft auch einem gewissen Augenzwinkern.

Es geht nicht darum, das nächste große SaaS-Produkt zu bauen. Es geht um Tools, die ein Problem lösen, Spaß machen, frei verfügbar sind und idealerweise als Open Source auf GitHub liegen.

Kleine Tools mit Persönlichkeit

Was Tiny Tool Town aus meiner Sicht besonders sympathisch macht, ist der Fokus auf kleine, fokussierte Werkzeuge. Viele Entwicklerinnen und Entwickler kennen diese Situation: Man hat ein wiederkehrendes Problem, sucht nach einer Lösung, findet aber entweder gar nichts Passendes oder nur überladene Software, die viel mehr kann, als man eigentlich braucht.

Also baut man sich schnell selbst etwas.

  • Vielleicht ein kleines Kommandozeilen-Tool.
  • Vielleicht eine Mini-Web-App.
  • Vielleicht eine Desktop-Anwendung.
  • Vielleicht ein Helferlein für Bilder, Texte, Dateien, GitHub, KI, Automatisierung oder den eigenen Workflow.

Genau solche Projekte bekommen bei Tiny Tool Town eine Bühne.

Die Tools müssen nicht perfekt sein. Sie müssen nicht riesig sein. Sie müssen kein Geschäftsmodell haben. Sie sollen einfach nützlich, offen, charmant und mit Liebe gebaut sein.

Die Webseite selbst

Die Webseite ist angenehm einfach aufgebaut. Man kann durch die Tools stöbern, nach Kategorien und Plattformen suchen und einzelne Projekte genauer ansehen. Zu jedem Tool gibt es eine eigene Detailseite mit Beschreibung, Tags, Programmiersprache, Lizenz, Autor, GitHub-Link und teilweise einer automatisch generierten Zusammenfassung.

Technisch ist Tiny Tool Town ebenfalls interessant: Das Projekt ist als statische Webseite mit Astro umgesetzt, wird über GitHub Pages gehostet und über GitHub gepflegt. Es gibt also kein schwergewichtiges Backend, keine Datenbank und keinen komplizierten Registrierungsprozess. Die Daten liegen im Repository, die Community kann beitragen und neue Tools können relativ einfach ergänzt werden.

Das passt perfekt zur Philosophie des Projekts: klein, offen, transparent und community-getrieben.

Eigene Tools einreichen

Besonders schön ist, dass man eigene Tools sehr einfach in Tiny Tool Town integrieren kann. Dafür gibt es zwei Wege.

Der einfachste Weg ist das Anlegen eines GitHub-Issues über das bereitgestellte Formular: Tool bei Tiny Tool Town einreichen

Dort trägt man die wichtigsten Informationen ein: Name des Tools, kurze Beschreibung, GitHub-URL, Tags, Programmiersprache, Lizenz und ein paar weitere Details. Anschließend kann das Tool geprüft und in die Webseite übernommen werden.

Warum ich Tiny Tool Town mag

Ich mag an Tiny Tool Town vor allem, dass es eine bestimmte Art von Software sichtbar macht, die sonst oft untergeht.

Viele kleine Tools entstehen nicht in großen Produktteams, sondern aus einer konkreten Alltagssituation heraus. Jemand möchte Bilder schneller verkleinern, Dateien umbenennen, Prompts besser verwalten, Audio-Geräte wechseln, kleine Aufgaben automatisieren oder einfach etwas ausprobieren. Aus solchen Ideen entstehen oft Werkzeuge, die zwar klein sind, aber für andere Menschen trotzdem unglaublich nützlich sein können.

Tiny Tool Town gibt genau diesen Projekten einen Ort.

Und es erinnert gleichzeitig daran, dass Softwareentwicklung nicht immer groß, schwer und strategisch sein muss. Manchmal darf sie auch einfach kreativ, spielerisch und persönlich sein.

Gerade im Zeitalter von KI-gestützter Entwicklung ist das spannend. Mit Tools wie GitHub Copilot, ChatGPT oder anderen Coding-Assistenten lassen sich kleine Ideen heute viel schneller umsetzen. Tiny Tool Town wirkt deshalb ein wenig wie ein moderner Gegenentwurf zum klassischen App Store: weniger Produktmarketing, mehr Bastelstube. Weniger Hochglanz, mehr Freude am Machen.

Auch einige meiner Tools sind dabei

Umso mehr freue ich mich, dass auch einige meiner eigenen kleinen Tools inzwischen in Tiny Tool Town gelistet sind. Dazu gehören unter anderem:

  • Image Convertr – eine Avalonia-App, mit der sich Bilder im Batch in andere Formate konvertieren lassen.
  • Image Renamr – ein kleines Tool, um mehrere Bilder mit Vorschau und Präfix komfortabel umzubenennen.
  • Image Resizr – eine Avalonia-Desktop-App zum stapelweisen Verkleinern von Bildern.
  • Image Sortr – ein Tool, das Bilder anhand ihrer EXIF-Aufnahmedaten in passende Ordner sortieren kann.
  • PicCaptionr – ein KI-gestütztes Tool, das Bilder analysiert und daraus passende Social-Media-Captions erzeugt.

Diese Tools sind genau aus dem Gedanken entstanden, den Tiny Tool Town so schön aufgreift: kleine Werkzeuge für konkrete Aufgaben. Keine riesigen Anwendungen, keine überladenen Feature-Monster, sondern fokussierte Helfer für wiederkehrende Workflows.

Fazit

Tiny Tool Town ist für mich mehr als nur eine Liste kleiner Open-Source-Projekte. Es ist eine Erinnerung daran, warum viele von uns überhaupt angefangen haben zu programmieren: weil man eine Idee hatte, ein Problem lösen wollte oder einfach neugierig war, ob etwas funktioniert.

Die Seite zeigt, dass kleine Tools wertvoll sein können. Sie müssen nicht perfekt, groß oder kommerziell sein. Sie dürfen einfach nützlich sein. Und manchmal reicht genau das.

Wer gerne kleine Open-Source-Projekte entdeckt oder selbst ein kleines Tool gebaut hat, sollte unbedingt einen Blick auf Tiny Tool Town werfen:

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